Ich! Narzisst!

Der Psychoanalytiker Erich Fromm sagte einst über Narzissten: „Er ist alles, die Welt ist nichts – oder vielmehr: Er ist die Welt.“ Oder etwas weltlicher: Ein orangener Amerikaner sagt gerade auf die Interviewfrage, warum er so viele Botschafterstellen in brisanten Ländern unbesetzt lasse, „weil am Ende nur ich wichtig bin. Ich bin der einzig Wichtige.“

Wir wollen hier mit einigen Vorstellungen aufräumen, die über sogenannte Narzissten – denn der Begriff wird gerne locker verwendet von Menschen die eher ein vages Gefühl zu der Thematik haben als Ahnung – kursieren. Dafür müssen wir aber erstmal verstehen, was das für Menschen sind, wer eigentlich narzisstisch ist, woher das kommt und was das für andere bedeutet. Ein großer Rundumschlag.
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Der Mann am Bahnsteig

Am Bahnsteig steht ein Mann. Mit der Schulter lehnt er an einem Pfeiler mit moderner Milchglasverkleidung, den Kopf weit in den Nacken gelegt und hält sich mit der Hand ein kleines Fläschchen aus braunem Glas an die Lippen.

Er trinkt, ohne zu schlucken. Sein Hals ist langgestreckt, die Kehle ganz entblößt, aber nichts bewegt sich. Erst als er fertig ist, das kleine Fläschchen mit dem langen, dünnen Hals und dicklichem Bäuchlein wieder absetzt und den Kopf zurück bringt, schluckt er auch. Seine Lippen bewegen sich als machten Sie ein Geräusch, aber das kann ich durch das Glas der Zugscheiben nicht hören. Der Mann am Bahnsteig weiterlesen

Auf das Kissen – fertig – los! Alles zum Einstieg in die Meditation

Wie beginne ich mit Meditation?

Man hört viel gutes über dieses Meditations-Dings. Leute, die das machen, schwärmen regelrecht von ihrem neu gefundenen Glück. Kann einen schon neugierig machen. Denn wer wäre nicht gerne ein bisschen glücklicher als er es gerade ist?

Jeder Mensch bringt seine eigene Motivation mit, warum er in diese neue Welt hineinschnuppern will. Sicher ist, man braucht ein feinfühliges Näschen, damit man findet, was man braucht. Es gibt unglaublich viele Meditationsstile und -techniken – und übrigens auch Alternativen. Denn entspannen kann man sich auch ganz weltlich, ohne auf einem Kissen zu hocken.
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Welcome to the Mind Gym!

Das Jahr ist frisch, im Discounter stapeln sich die Thera-Bänder und die Kohlenhydrate setzten in den Regalen staub an. Arme Kohlenhydrate. Gluten fühlt sich in letzter Zeit richtig gemobbt.

Aber Spaß beiseite – hier geht’s um was Ernstes. Wir sind immer gerne und gut damit beschäftigt uns in Form zu halten, damit der Bauch vielleicht doch noch irgendwie so aussieht wie auf dem gefilterten Instagrammbild von dem Baucheinziehenden Mädchen, das fünfzehn Jahre jünger ist und keine Ahnung hat, was eine Steuererklärung ist. Bei entsprechendem Anreiz (also ein echter Wille und eine mindestens mäßige Aussicht auf Erfolg) stecken wir in solcherlei Unterfangen viel Zeit und Geld. Kostet schließlich was, so eine Sportmitgliedschaft und die Bio-Kapseln aus dem Reformhaus, ist aber auch echt gut für die Haut und man muss ja auch was für sich tun.

Richtig so. Etwas für sich tun ist eine feine Sache. Sport ist eine feine Sache. Gesunder Ernährung ist eine feine Sache. Gerne weitermachen. Nur zu!

Wenn wir davon 20% nehmen, und den gleichen Eifer in unsere mentale Entwicklung investieren, dann würde die Nacht vermutlich vor lauter Heiligenscheinen schimmern.
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Alberny Wright und der Geist der Weihnacht

Alberny war ein Mann in seinen besten Jahren als er an einem kalten Abend im Winter in seinem Sessel verstarb. Er hatte einen Herzinfarkt.

Seine Seele verließ den Körper, betrachtete den zusammengesunkenen Haufen vor dem flackernden Bildschirm, zuckte mit den Schultern und entschwebte in das Reich der Toten.
Es tat einen lauten pfffft, ein sssst und ein huiupf und aus einer funkelnden Wolke Rauch, erhob sich ein Geist. Der Geist baute sich vor Alberny Wright auf und donnerte mit mächtiger Stimme: Alberny Wright – du bist gestorben!

Ja so weit waren wir schon, dachte sich Alberny und entgegnete: Ich weiß. Was soll das jetzt?
Der Geist zog die Augenbrauen zusammen und beugte sich ein wenig nach vorne. Die Hände hatte er fest in die Seiten gestemmt. Alberny Wright – du kannst zurück in das Reich der Lebenden, wenn du heute Nacht mit mir kommst.
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Forscher verstehen Gehirn: Seele weg, Geist weg, Psyche auf dem Prüfstand

Neurowissenschaften: Forscher sind sich nun nach jahrelanger Suche sicher, sie konnten im Gehirn nur graue Zellen finden, für Gedanken und Gefühle sei nun allein schon aus räumlichen Gründen kein Platz mehr.

Über Jahrzehnte untersuchten Mediziner und Naturwissenschaftler das menschliche Gehirn und konnten mit modernen Bildgebenden Verfahren eindeutig zeigen, dass wir von neuronaler Aktivität gesteuert sind. Was früher für Gedanken und Gefühle gehalten wurde, konnte nun zweifelsfrei als gieriges Sauerstoffschlürfen der grauen Zellen belegt werden.

Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts entledigte sich die Szene mit den Schriften Sigmund Freuds der Seele. (Unabhängig bestätigte dies auch der Dalai Lama: Buddhisten hätten bereits seit 2000 Jahren keine Seele mehr, diese sein damals im Zuge der Abgrenzung zum Hinduismus abgeschafft worden).
Der Geist des Menschen wird nun endgültig obsolet.

In der Fachwelt beginnt damit das große Bangen um die Psyche. Da ihr Sitz im Gehirn nun ausgeschlossen werden kann, hoffen Psychologen und Therapeuten darauf, dass sie andernorts im Körper gefunden wird.
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Das ICH und das chinesische Schriftzeichen

Ein chinesisches Schriftzeichen fügt sich aus vielen Teilen zu einem Ganzen zusammen. Es hat einen Klang, eine Strichreihenfolge, eine Form und eine Bedeutung.

Meist ist ein Zeichen aus mehreren einzelnen Zeichen aufgebaut, von denen ein Anteil der Bestimmende ist, das sogenannte Radikal.
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Ja verdammt, nur eine Person!

Sonntag Morgen, Wien, Österreich.
Bevor mich das Flugzeug in die Heimat bringt, gibt es ein hübsches und ausführliches Frühstück. Mir Wien-Neuling hat eine 100-Dinge-zu-tun-List empfohlen, in einem bestimmten Café zum Brunch zu gehen. Also Tisch reserviert, Konferenz gemeistert und zu Fuß die Straßen entlang hier her geschlendert.

„Nur eine Person?“ fragt die Bedienung ganz ungläubig.

Das wäre soweit vermutlich in Ordnung. Vielleicht ist es tatsächlich ungewöhnlich, alleine zu einem Brunch zu gehen. Ein geselliges Frühstück ist eine hübsche Sache. Aber ich wurde bereits entschieden zu oft gefragt, ob ich auch wirklich ganz alleine unterwegs wäre. Ich kann die Frage nicht mehr hören – ja verdammt! Ich bin nur diese eine Person und ich will trotzdem einen schönen Platz und ein leckeres Frühstück und – das ist jetzt vielleicht das wirklich Unfassbare an der ganzen Angelegenheit – ich will auch noch Spaß dabei. Ganz alleine.
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