Alberny Wright und der Geist der Weihnacht

Alberny war ein Mann in seinen besten Jahren als er an einem kalten Abend im Winter in seinem Sessel verstarb. Er hatte einen Herzinfarkt.

Seine Seele verließ den Körper, betrachtete den zusammengesunkenen Haufen vor dem flackernden Bildschirm, zuckte mit den Schultern und entschwebte in das Reich der Toten.
Es tat einen lauten pfffft, ein sssst und ein huiupf und aus einer funkelnden Wolke Rauch, erhob sich ein Geist. Der Geist baute sich vor Alberny Wright auf und donnerte mit mächtiger Stimme: Alberny Wright – du bist gestorben!

Ja so weit waren wir schon, dachte sich Alberny und entgegnete: Ich weiß. Was soll das jetzt?
Der Geist zog die Augenbrauen zusammen und beugte sich ein wenig nach vorne. Die Hände hatte er fest in die Seiten gestemmt. Alberny Wright – du kannst zurück in das Reich der Lebenden, wenn du heute Nacht mit mir kommst.
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Forscher verstehen Gehirn: Seele weg, Geist weg, Psyche auf dem Prüfstand

Neurowissenschaften: Forscher sind sich nun nach jahrelanger Suche sicher, sie konnten im Gehirn nur graue Zellen finden, für Gedanken und Gefühle sei nun allein schon aus räumlichen Gründen kein Platz mehr.

Über Jahrzehnte untersuchten Mediziner und Naturwissenschaftler das menschliche Gehirn und konnten mit modernen Bildgebenden Verfahren eindeutig zeigen, dass wir von neuronaler Aktivität gesteuert sind. Was früher für Gedanken und Gefühle gehalten wurde, konnte nun zweifelsfrei als gieriges Sauerstoffschlürfen der grauen Zellen belegt werden.

Bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts entledigte sich die Szene mit den Schriften Sigmund Freuds der Seele. (Unabhängig bestätigte dies auch der Dalai Lama: Buddhisten hätten bereits seit 2000 Jahren keine Seele mehr, diese sein damals im Zuge der Abgrenzung zum Hinduismus abgeschafft worden).
Der Geist des Menschen wird nun endgültig obsolet.

In der Fachwelt beginnt damit das große Bangen um die Psyche. Da ihr Sitz im Gehirn nun ausgeschlossen werden kann, hoffen Psychologen und Therapeuten darauf, dass sie andernorts im Körper gefunden wird.
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Das ICH und das chinesische Schriftzeichen

Ein chinesisches Schriftzeichen fügt sich aus vielen Teilen zu einem Ganzen zusammen. Es hat einen Klang, eine Strichreihenfolge, eine Form und eine Bedeutung.

Meist ist ein Zeichen aus mehreren einzelnen Zeichen aufgebaut, von denen ein Anteil der Bestimmende ist, das sogenannte Radikal.
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Ja verdammt, nur eine Person!

Sonntag Morgen, Wien, Österreich.
Bevor mich das Flugzeug in die Heimat bringt, gibt es ein hübsches und ausführliches Frühstück. Mir Wien-Neuling hat eine 100-Dinge-zu-tun-List empfohlen, in einem bestimmten Café zum Brunch zu gehen. Also Tisch reserviert, Konferenz gemeistert und zu Fuß die Straßen entlang hier her geschlendert.

„Nur eine Person?“ fragt die Bedienung ganz ungläubig.

Das wäre soweit vermutlich in Ordnung. Vielleicht ist es tatsächlich ungewöhnlich, alleine zu einem Brunch zu gehen. Ein geselliges Frühstück ist eine hübsche Sache. Aber ich wurde bereits entschieden zu oft gefragt, ob ich auch wirklich ganz alleine unterwegs wäre. Ich kann die Frage nicht mehr hören – ja verdammt! Ich bin nur diese eine Person und ich will trotzdem einen schönen Platz und ein leckeres Frühstück und – das ist jetzt vielleicht das wirklich Unfassbare an der ganzen Angelegenheit – ich will auch noch Spaß dabei. Ganz alleine.
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Alles verkehrt mit der roten Couch: Eine Geschichte über Psychoanalyse und Verführung

Das hier wird eine Rezension über einen therapeutischen Roman. Möchte fast sagen, eine kritische Auseinandersetzung, denn so ganz gut kommt „Die rote Couch“ von Yalom nicht weg, obwohl der Mann ein fantastisches Fachbuch geschrieben hat. Um meine Kritik zu untermauer habe ich des weiteren einen Arm voller Hintergrundinformation über Psychoanalyse allgemein mit hinein gestreut. Beginnen wir also damit, wie mir das Buch in die Hände fiel:

An einem dunklen Freitagabend suchte ich etwas zu lesen. (Das es Freitag war ist nun für alles weitere wirklich nicht wichtig. Man kann es also an dieser Stelle getrost wieder vergessen.) Auf verworrenen Wegen bin ich über Rezensionen mit vielen goldgelben Sternchen gestolpert, die mir dringend den Roman „Die rote Couch“ ans Herz legten. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion würden verschwimmen, sagten die Rezensionen, kauf mich noch heute Abend, zischelten die gelben Sternchen. Na gut.
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Der Fehler in der Praxis

Mit dem Buddhismus ist es wie mit Eis: Es gibt mehr Sorten als man auf einmal in eine Waffel tun kann und dabei schmecken alle lecker. Hat man sich einmal entschieden – sagen wir für das Fruchteis – kommt es mit einer bestimmten Geschmacksrichtung daher, nach der man sich fortan ausrichtet.

Im Mahayana Buddhismus (Das Erdbeereis der Geistesschulung) steht der Gedanke an andere Menschen im Vordergrund. Selber die Erleuchtung erlangen ist nicht mehr genug, auf der Welt gibt es so unermessliches Leiden, dass sich der gute Mahayana-Buddhist denkt: Ach Mensch, ich bleib‘ noch ne Weile, das sind ja keine Zustände hier, man braucht mich! Nirvana erst, wenn der Rest der Welt auch so weit ist.

Dieser Gedanke zieht sich wie eine hübsche melangierende Sirupspur durchs Eis. Natürlich beschäftigt man sich mit sich selbst, schließlich ist man mit dem eigenen Glück beschäftigt, aber das ist eben verbunden damit, auch andere im Blick zu haben.

Mein erster Meditationslehrer verwies hier gerne auf Bahnfahrten. Er sagte: „Wer immer nur darauf schaut, selbst den besten Platz zu bekommen, der ist vielleicht nicht der beste Mahayana Buddhist.“
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Die Schlange am Boden

Alte indische Weisheit:

Auf dem Boden bei einem Wald, nahe einem kleinen Dorf lag eine Schlange. Sie lag dort gewöhnlich am Rande des Weges ausgebreitet am Boden. Jedes Mal, wenn ein Dorfbewohner das lange, grüne Tier dort schlängeln sah, tat er quieckend einen großen Satz und rannte davon. Die Schlange zischte ärgerlich, schüttelte ihren Schwanz und schnappte wütend nach seinen Fersen.

So ging es eine ganze Weile. Die Dorfbewohner sprangen jedes Mal ein Stück weiter und die Schlange stieß giftig mit den Zähnen nach ihnen. Eines Tages kam ein Mönch in seinen Roben des Weges und traf dort im Dickicht auf die Schlange. Empört richtete sich diese auf, zischelte auf das grausigste und funkelte den kahlköpfigen Mann mit glühenden Augen an.
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Sind Pornos schlecht für mich?

Niemals zuvor war Pornografie so präsent und leicht zugänglich wie heute. Das Internet macht’s möglich. Alles ist da, manches legal, manches kostenlos, manches nicht. Aber da ist es trotzdem. Mit nur wenigen Klicks erreicht man alles, was man sehen möchte oder von dem man gar nicht wusste, dass es existiert.

Manche Leute finden das nicht gut. Sie sagen, dass Pornografie etwas schlechtes ist und irgendwie schlimm – was genau sie da meinen sagen sie meist nicht – und hat mit ihnen nichts zu tun. Ich habe da jemanden bestimmtes im Sinn und ich bin mir recht sicher, dass diese Frau, die damals ihre Nase über den Playboy rümpfte, noch nie Pornos gesehen hat. Trotzdem findet sie so etwas des Teufels.

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Alles, was man über Freud wissen muss: Anna und Sigmund in 13 Fakten

1.) Freud ist nicht der Erfinder der Psychoanalyse

Freud war Psychiater und übernahm von einem Kollegen die Idee, dass es Menschen, die unter schweren Erlebnissen litten, helfe, wenn sie laut darüber sprechen. Er entwickelte die Technik weiter, indem er es den Patienten bequem machte (daher die Couch) und sie ganz frei reden lies. Seine Idee war, dass die Worte weitere Dinge aus dem Unterbewussten ans Licht bringen würden, was wiederum unterbewusste Muster auflösen würde, die dem Patienten das Leben schwer machten. Er nannte das freies Assoziieren.
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Unglücklich bei der Arbeit? 10 Anzeichen, dass du den falschen Job hast

Wir sind berechtigt uns zu fragen, ob wir mit dem, womit wir Geld verdienen glücklich sind. Mit nichts verbringen wir so viel Zeit, wie mit unserer Arbeit. Und damit auch mit den Kollegen, die dort ebenfalls herumhängen und zwangsläufig mit uns zusammentreffen.

Die Hälfte aller Deutschen gibt an, unzufrieden mit ihrem Job zu sein und ihn gerne in absehbarer Zukunft zu wechseln.

Das ist viel. Viel zu viel. Unglücklich bei der Arbeit? 10 Anzeichen, dass du den falschen Job hast weiterlesen