Der Fehler in der Praxis

Mit dem Buddhismus ist es wie mit Eis: Es gibt mehr Sorten als man auf einmal in eine Waffel tun kann und dabei schmecken alle lecker. Hat man sich einmal entschieden – sagen wir für das Fruchteis – kommt es mit einer bestimmten Geschmacksrichtung daher, nach der man sich fortan ausrichtet.

Im Mahayana Buddhismus (Das Erdbeereis der Geistesschulung) steht der Gedanke an andere Menschen im Vordergrund. Selber die Erleuchtung erlangen ist nicht mehr genug, auf der Welt gibt es so unermessliches Leiden, dass sich der gute Mahayana-Buddhist denkt: Ach Mensch, ich bleib‘ noch ne Weile, das sind ja keine Zustände hier, man braucht mich! Nirvana erst, wenn der Rest der Welt auch so weit ist.

Dieser Gedanke zieht sich wie eine hübsche melangierende Sirupspur durchs Eis. Natürlich beschäftigt man sich mit sich selbst, schließlich ist man mit dem eigenen Glück beschäftigt, aber das ist eben verbunden damit, auch andere im Blick zu haben.

Mein erster Meditationslehrer verwies hier gerne auf Bahnfahrten. Er sagte: „Wer immer nur darauf schaut, selbst den besten Platz zu bekommen, der ist vielleicht nicht der beste Mahayana Buddhist.“
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