Das ABC der Psyche – Teil II

Nach Teil 1 nun die zweite Hälfte vom psychologischen ABC

Olfaktorische Wahrnehmung

Oder einfach: Geruch. Die verschiedenen Sinneswahrnehmung werden an verschiedenen Stellen im Gehirn verarbeitet. Gerüche landen am Ende im limbischen System, dort befinden sich auch die Abteilungen des Gehirns, die für Erinnerung und Gefühle zuständig sind. Daher rufen Gerüche manchmal viel stärkere emotionale Erinnerungen hervor als andere Sinnesreize.

Persönlichkeitstypen

Der erste, der mit dieser Idee aufwartete war C.G. Jung. Er beschrieb sechs verschiedene Typen, deren spezifische Merkmale sich gut an Gestalten der griechischen Mythologie verdeutlichen lassen. Heute sehr bekannt ist der Briggs Myers Test, bei dem – auf Jung basierend – die Persönlichkeit anhand von vier Kategorien unterteilt werden. Wer neugierig ist, versucht sich am besten an einem in englischer Sprache, diese sind schön gestaltet und wissenschaftlich fundiert.

Quantensprung

Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Physik und bezeichnet abstrakt einen großen Sprung nach vorne. Manche Wissenschaftler glauben, dass die Neurologie in den nächsten Jahren einen solchen Quantensprung erleben wird, denn obwohl wir bereits einiges über das menschliche Gehirn wissen, sind elementare Prozesse noch unklar und mit der geleisteten Vorarbeit und neuer Technologie könnten sich bald neue wissenschaftliche Welten eröffnen.

Ritalin

Hinter diesem Markenname verbirgt sich eine legale Droge, die besonders in den USA beliebt ist um hyperaktive Kinder zu beruhigen. Im großen Maßstab bedienen sich allerdings Studenten und Akademiker an dem Amphitamin da es die Konzentration steigert und so das Lernen erleichtert. Ritalin ist eine Modedroge dieser Zeit, um dem Leistungsdruck der heutigen Gesellschaft stand zu halten.

Schizophrenie

Gilt als unheilbarer Alptraum. Stimmt nicht. Joanne Greenberg öffnete mit ihrem Buch „Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen“ die Tore in das bis dahin kaum bekannte Reich der Psychose und auch die Verfilmung der Leidensgeschichte des Mathematikers und Nobelpreisträgers John Nash (a beautiful mind) begeisterte Millionen und machten die Erkrankung populär. Beide sind genesen.

Traumdeutung

Das Buch Sigmund Freuds gehört zu den meistgelesenen des 20. Jahrhunderts, begründete die Psychoanalyse mit und enthält Freuds berühmtes Drei-Instanzen-Modell von Ich, Überich und Es. Dieser Zeiten ist das Feld der Traumdeutung eher in den Bereich der online-Tests auf seichten Unterhaltungswebseiten gerutscht, wiederkehrende Muster können aber aufschlussreich sein und bieten Grund für ein gutes Gespräch.

Uebertragungsgefühle

Treten früher oder später in einer Psychotherapie auf und stören meist eher. Denn die starken Gefühle überdecken dabei möglicherweise Tieferes, das besprochen werden will. Andere, weniger klassische Verfahren arbeiten gezielt mit Übertragungen und mobilisieren sie sogar ganz bewusst.

Vorbewußtes

Der Begriff stammt aus der Psychoanalyse und beschreibt alles, was gerade nicht bewusst ist aber dazu fähig wäre. Es ist der Zwischenzustand zwischen Unterbewusstem und Bewusstem, dass durch Zensoren abgegrenzt wird. Erlaubt es der Zensor, kann ein Bild oder eine Vorstellung in Worte gefasst werden, wenn man seine Aufmerksamkeit darauf richtet.

Watzlawick

Paul Wazlawick war unter anderem Psychologe und Autor mehrerer Werke, darunter „Anleitung zum Unglücklichsein“, dass er als Gegenbewegung zu den besonders in Amerika verbreiteten Selbsthilferatgebern zum Glücklichsein schrieb. Darin auch die Geschichte des betrunkenen Mannes: Dieser sucht unter einer Straßenlaterne seine Autoschlüssel, die er verloren hat. Ein Fremder will behilflich sein und erkundigt sich nach längerer, erfolgloser Suche, wo genau er die Schlüssel denn verloren hätte. Der Mann entgegnet: „Da hinten, aber dort ist es viel zu dunkel, deshalb schaue ich hier unter der Laterne!“

Xenophobie

Fremdenangst. Aus mangelndem Verständnis und Unwillen oder Unvermögen entwickeln manche Menschen eine feindselige Haltung gegenüber anderen, die sie als fremd empfinden. Diese Geisteshaltung ist zur Zeit überall in Europa zu beobachten. Grund sind vermutlich schlechte soziale Stabilität und keine Identität als Gruppe. Das ist ein guter Ansatzpunkt, wenn wir nicht für unsere Engstirnigkeit und fehlendes Selbstbewusstsein in die Geschichte eingehen wollen.

Yoga

Yoga hilft bei verschiedenen psychischen Krankheiten. Zahlreiche Studien zeigen, dass sich bereits bei einer Stunde pro Woche positive Effekte zeigen. Gerade boomt besonders die Markt der Yogalehrerausbildung, beim größten deutschen Anbieter wird man innerhalb von vier Wochen zertifiziert, ob man dabei auch qualifiziert ist zu unterrichten bleibt fraglich. Indische Yogis studieren an die 15 Jahre bei einem Meister bevor sie selbst zu Lehrern werden.

Zepam

Eine ganze Menge Medikamente enden mit dieser Silbe. Dahinter verbergen sich Arzneimittel der Gruppe Benzodiazepine. Je nach Dosierung wirken sie auf verschiedene Bereiche im Gehirn, entspannen und lösen Muskeln und dämpfen eine Reaktion auf psychische und emotionale Reize. Es wird nur zur kurzzeitigen Behandlung von Angstzuständen oder Schlafstörungen eingesetzt, da es stark abhängig macht. Ein Entzug von dieser Medizin soll schlimmer sein als der von Heroin.





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