Einstein und die Quintessenz des Seins

Ich war unsicher, was eine gute Überschrift ist. Es geht um sehr viel gleichzeitig in diesem Beitrag. Schwierige Sache. Religion an sich ist in den letzten hundert Jahren tierisch unmodern geworden. Freud hat vorgelegt – sie wäre Opium für das Volk – und Selbstmordattentäter, die sich im Namen einer vermeintlichen Religion (die aber gar keine ist) in die Luft sprengen, helfen nicht, den angeschlagenen Ruf zu reparieren.

Spiritualität scheint irgendwie das gleiche zu sein wie Esoterik. Und das ist ja auch nur Astrologie. Sich selbst entwickeln ist etwas, dass man auf Instagram tut, mit Wahrheiten hat das nicht mehr viel zu tun. So etwas will niemand. Täuschungen sind das wahre Leben.

Man kann sich eine ganze Weile mit Illusionen betäuben aber irgendwann knatscht es im Gebälk und wir werden traurig und trauriger. Was hat das Leben uns zu bieten? Was wollen wir wirklich? Und warum ist es immer wieder so unglaublich ungerecht zu uns?

Anfang des letzten Jahrhunderts, verlor ein Vater seinen Sohn. In seiner tiefen Trauer schrieb er einen Brief an Albert Einstein, der sich ja mit dem Universum und seinem Gefüge auskannte. Dieser antwortete ihm mit einem Brief, der weltberühmt wurde. In den wenigen Sätzen bringt der Physiker alles auf den Punkt, was unser Leben und unser Sein an sich ausmacht.

Lieber Herr Marcus,

Ein menschliches Wesen ist Teil jenes Ganzen, das wir „Universum“ nennen, ein Teil begrenzt in Zeit und Raum. Es erlebt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als getrennt vom Übrigen – eine Art optische Täuschung des Bewusstseins. Das Streben sich selbst von dieser Täuschung zu befreien ist das eine Anliegen einer wahren Religion. Nicht die Täuschung weiter zu nähren sonder zu versuchen sie zu überwinden ist der Weg, das erreichbare Maß an geistigem Frieden zu erlangen.

Mit meinen besten Wünschen
und freundlichen Grüßen,

Albert Einstein

Aus dem Englischen übersetzt von mir.






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