Schöpfung.

Wenn Gott einen schlechten Tag und die Schlange einen Knoten hat


Gott hatte eine gute Woche. Die Schöpfung lief ganz hervorragend, da hatte er die spontane Eingebung dem ganzen noch ein besonderes Tierchen hinzu zu fügen. „Mensch“ nannte er das, was er da aus Ton bastelte. Schwubs – Atem eingehaucht und ab ging’s in die neue Welt.



Gott betrachtete sein Werk. Er war unsicher. Das hatte er sich eigentlich anders vorgestellt. Morgen mach‘ ich erst mal einen Tag Pause, bin wohl überarbeitet! Dachte er sich und beschloss es Woche zu nennen und für den Rest seiner Welt auch gleich verbindlich festzulegen, damit nicht noch mehr Malheure passierten. Schöpfungsstress eben.

Gott war unzufrieden. So ging das nicht mit dem Menschen, da musste er noch einmal nachbessern. Er besprach sich mit seinem Nachbargott, der an dieser Stelle seine Anonymität wahren möchte und daher hier als Gott2 genannt wird. Gott2: Was ist denn das Problem? Du hast doch schon so viele Tiere gemacht, noch ein zweibeiniges ohne Flügel schadet doch nicht. Aber Gott meinte: Es ist einfach nicht so geworden, wie ich wollte. Zu aggressiv. Zu arrogant. Dieser Mensch nimmt mir ja meine ganze schöne Schöpfung auseinander ehe das erste Äon um ist. Daraufhin Gott2: Na, dann musst du das wohl noch etwas in Ordnung bringen. Vielleicht ein korrigierendes Element?

Gott entschied sich nach zu bessern. Das Prinzip Mensch war ja gar nicht verkehrt, nur dieses konkrete Exemplar gefiel ihm nicht. Er suchte nach dem, was ihm dabei am besten gelungen war, um daraus eine verbesserte Version zu machen, die das ganze wieder ins Lot bringen würde. Er suchte eine ganze Weile. Er war etwas ratlos. Das Menschenwesen wollte behilflich sein. Wasn los? Fragte es. Ich brauche das beste von dir um die einen Gefährten zu geben, sagte Gott. Das Menschenwesen war begeistert: Nimm den Penis! Der ist toll!

Gott runzelte die Stirn und entschied sich dagegen. Am Ende nahm er lieber eine der Rippen. Er setzte sich noch einmal an den Tisch mit der Schöpferscheibe und drehte und knetete eifrig, formte Kurven und Charakter und war sehr zufrieden. Die Schöpfung war gerettet.

Dann machte Gott seine verdiente Pause und beobachtete das ganze eine Weile. Gott2 fragte irgendwann: Du schaust so skeptisch, ist schon wieder was nicht in Ordnung? Ach, sagte Gott, die zwei sind ja nicht schlecht geworden, aber sie vermehren sich nicht. Der mit dem Ding sitzt nur rum, geht nicht mal spazieren und futtert immer Chips. Kein einziges Vitamin! Und meinen schönen Garten trampelt der auch platt. Hmm, sagte Gott2, wenn du sie zum Gegenteil bringen willst, solltest du es ihnen genau das verbieten. Versteh ich nicht, sagte Gott. Naja, meinte Gott2, sag doch einfach, dass sie auf gar keinen Fall Obst essen dürfen, sonst müssen sie raus aus deinem Garten und sich fortpflanzen und Kitaplätze beantragen.

Das klang gar nicht schlecht, dachte sich Gott und sagte dem Mit-Ding-Menschen, was ab jetzt Sache war. Ok, sagte der, setzte sich wieder und mampfte weiter. Das war ja so gar nicht gedacht! Was war denn mit dem anderen Menschenwesen? Das hielt sich brav und artig an die Gebote und knabberte nur Mohrrüben. Wenn das so weiter geht wird die arme ja noch ganz orange. Gott musste dem ganzen etwas auf die Sprünge helfen und veranstaltete einen Ökotrophologie-workshop für Amphibien. Der Frosch sollte der Sexualität und der Ernährungsweise auf die Sprünge helfen, damit die beiden endlich von selber darauf kamen. Sich überhaupt so lange mit der Schöpfung auf zu halten war ja ganz und gar ungeplant. Ein Gott hatte wirklich besseres zu tun!

Am nächsten Tag waren die beiden raus aus dem schönen Garten, Adam schimpfte und Eva weinte. Neben dem Apfelbaum lag eine Schlange mit einem dicken Knoten im Bauch. Wie ist das denn passiert? Fragte Gott. Das war der Typ mit Ding, Adam nennt der sich neuerdings. Der war sauer, dass ich der Frau gesagt hab, sie soll mal nen Apfel essen, dann müsste sie nie zum Arzt. Jammerte die Schlange. Und wo ist der Frosch? Wollte Gott wissen, der sollte das doch machen! Weg, hat der Storch mitgenommen, weil er vom Lurch gehört hat, dass er ihn demnächst fressen darf und der ja jetzt so weit fliegen muss, weil die beiden jetzt durch die Gegend latschen und er ihnen doch die Kinder bringen muss.

Gott schlug sich mit der Hand an die Stirn, das konnte doch alles nicht wahr sein! Und warum hast du ihnen das jetzt so erzählt, du warst doch gar nicht auf dem workshop. Stimmt, sagte die Schlange, aber meine Cousine kennt die Blindschleiche und da dachte ich, ich könnte auch… Naja, jedenfalls sind die zwei jetzt unterwegs und der Storch bringt das Baby und verdaut den Frosch und die Blindschleiche hat Masern. Angeblich sammeln die Tauben schon Ölzweige, weil sie sagen, dass du alles flutest weil du sauer bist und sie die so gerne knabbern. Gott stöhnte. Das war doch ein Graus! Mit den guten Einfällen wollte er sich in Zukunft zurückhalten.

Fortsetzung folgt.






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