Todestrieb – Résumé

Hui, das war viel! Geht also die Welt da vor die Hunde? Wir Menschen sind aggressive Tierchen, die nicht anders können, als uns gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Und wenn wir es nicht selbst machen, dann brauchen wir es doch irgendwie um uns zumindest lebendig zu fühlen, in einer Welt die immer friedlicher wird und daher weniger Ecken und Kanten bietet, sich daran zu reiben um das volle menschliche Sein aus zu kosten?

Dafür käme nun Terror gerade recht, denn er ergänzt und ersetzt die moderne Kriegsführung, die jeden Sinn und Zweck verfehlt. Vergegenwärtigen wir uns noch einmal, dass Terror kein größeres Problem ist, als vor vielen Jahrzehnten und die allermeisten Opfer von Anschlägen in deutschen Nachrichten gar keine Erwähnung finden. Trotzdem steigt die umfassende Angst davor im Westen.

Vielleicht regen wir uns darüber auf, weil wir uns aufregen wollen. Weil wir uns auf verworrene Weise besser fühlen, wenn wir uns nicht mehr ganz so behaglich fühlen.

Das wäre wirklich ganz schön finster. Da müssen wir uns doch schnell an PART I zurück erinnern! Die Welt wird langsam friedlicher. Und wir wollen das. Wie Bill Gates es schon so schön sagt, dass Wichtigste ist doch, dass wir daran glauben um unseren Kurs so auszurichten, dass es auch möglich wird.

Mit unseren Aggressionen können wir allerhand anfangen, es muss nicht darauf hinaus laufen, dass wir einander umbringen. „Alles, was Gefühlsbindungen unter den Menschen herstellt, muss dem Krieg entgegenwirken“ schreibt Freud an Einstein. Und vorher: „Übrigens handelt es sich nicht darum […], die menschliche Aggressionsneigung völlig zu beseitigen; man kann versuchen sie soweit abzulenken, dass sie nicht ihren Ausdruck im Krieg finden muss.

Das ist doch ungemein tröstlich. Wir sind keine Opfer unserer zerstörerischer Triebe und wir können tatsächlich mit einer friedlichen Welt klar kommen. Tatsächlich scheinen wir dafür ja sogar eher gemacht zu sein – ganz entgegen der eben beschriebenen aggressiven Haltung – schließlich regen wir uns ja über Krieg, Terror und Zerstörung auf.

Vielleicht ist uns doch aller politischer, ideologischer und bio-chemischer Verwirrungen doch klar, dass jeder Mensch ein Anrecht auf ein würdiges Menschenleben hat. Mit allem, was dazu gehört. Kriege und bewaffnete Konflikte schaffen aber immer ungleich mehr Leid als sie vorheriges Leiden (was als Auslöser des ganzen herhalten mag) beseitigen würde. Sie sind also niemals zielführend.

Das ist schwer zu glauben, denn wir haben doch immer den Drang zu helfen und möchten ein Unrecht, dass vor sich geht gerne beenden. Und wenn der einzige Weg ist, mit Kampfflugzeugen um den halben Globus zu ziehen und allerhand Bomben durch die Gegend zu werfen, damit „die Guten“ gewinnen, dann erscheint uns das plausibel. Das Ergebnis ist aber auch Tod und Zerstörung. Etwas zu richten, was bereits kaputt ist, ist so gut wie unmöglich.

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