Voll das freche Leben

Ich kennen einen Mann – und ich kann es nicht mit Sicherheit sagen aber ich glaube, er hat eine liebevolle Familie, mit denen er enge Bande hat sowie einen Beruf, bei dem er seiner Bestimmung nachgeht, die sein Leben mit Sinn erfüllt und an dem er dabei satt verdient. Schon eine kleine Frechheit, irgendwie.

Wer würde nicht gerne so leben? Und wer tut es eigentlich? Familie – Berufung – Geld, das ist ein Dreieck aus Eingeständnissen, Kompromissen und Anstrengungen. Wer hat denn da alles drei? Mindestens eines hätte jeder gerne und genau eines ist etwas, auf das man sich als Ziel konzentrieren kann.

Vielleicht träumen wir auch von einer lieben Familie, von Kindern, die uns die Beine hoch hopsen, wenn wir nach hause kommen, von Apfelkuchen die gebacken und Zöpfen, die geflochten werden müssen. Und dann ist da natürlich der liebevolle Partner, der den Kochlöffel schwingt um uns zu überraschen, und überhaupt ist eben alles besser, wenn da jemand ist, mit dem man teilt.

Oder ist das alles nichts? Gibt es da bedeutenderes als Beziehungen, die nun eh nie so ganz erfüllend sind und zu viele Kompromisse erfordern, während man höherem nachjagen kann? Für andere Menschen ist ihr Beruf ihre Familie, denn dort können sie sich verwirklichen und etwas schaffen. Etwas, das überdauert, das ihnen Wert gibt und dem Tag einen Sinn um unter der Decke hervor zu kriechen.

Und dann sind da noch die Menschen, die gerne Geld verdienen wollen. So richtig viel. Nur damit kann man ja das hübsche Haus kaufen, dass man gerne möchte, die Kleidung, das Auto und überhaupt den Lebensstandart einfahren, den man sich erträumt.

Soweit. Also eines der drei aus dem goldenen Dreieck, dass lässt sich auf Kosten der anderen wohl irgendwie machen. Aber eigentlich wäre mehr doch auch gut, also enge Beziehungen und sinnvolle Arbeit und ein hübsches Gehalt. Genau so verrennen wir uns dabei in einer Mittelmäßigkeit von Kompromiss, die nichts wirklich befriedigt oder einer scharfen Abspaltung – eben wenn wir uns eines wählen und die anderen beiden opfern und bereuen oder betrauern am Ende.

Und dann sind da diese Menschen wie den eingangs erwähnte Herr, die einfach frech alles mitnehmen, was geht. Ich glaube nicht, dass das Zufall ist. Ich glauben nicht, dass da das Leben oder das Universum oder Big Bob hold waren und es einfach Glück vom Himmel tropfte. Ja, manche Menschen haben es einfacher im Leben als anderen, sie hatten bessere Umstände und vieles fällt ihnen einfach in den Schoß. Aber ich glaube nicht, dass es dem frechen Mann so ergangen ist. Ich denke, dass er sich dazu entschieden hat. Und sich redlich abgerackert, sein Leben genau so zu gestalten, wie er es sich vorgestellt hat, und für ihn war es eben das volle, ganze, strahlende Dreiecks-Programm.






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