Unglücklich bei der Arbeit? 10 Anzeichen, dass du den falschen Job hast

Wir sind berechtigt uns zu fragen, ob wir mit dem, womit wir Geld verdienen glücklich sind. Mit nichts verbringen wir so viel Zeit, wie mit unserer Arbeit. Und damit auch mit den Kollegen, die dort ebenfalls herumhängen und zwangsläufig mit uns zusammentreffen.

Die Hälfte aller Deutschen gibt an, unzufrieden mit ihrem Job zu sein und ihn gerne in absehbarer Zukunft zu wechseln.

Das ist viel. Viel zu viel.

Besonders wichtig scheint das zwischenmenschliche Feedback von Chef und Kollegen zu sein, denn die meisten dieser unzufriedenen 50 Prozent wünschen sich vor allem eines: mehr Anerkennung.

Eigentlich wenig überraschen, denn ist nicht genau das der Treibstoff, der uns erst bis hierher in die Arbeitswelt gebracht hat? Hast du tatsächlich für die (willkürlichen) Zahlen auf Zeugnissen gelernt? Wir brauchen Lob und Ansehen und Respekt von jedem, von dem wir es nur kriegen können. Das einzige, was sich geändert hat ist die Währung: anstatt Noten wollen wir jetzt Geld – in umgekehrter Skalierung: je größer der Wert, desto besser!

All zu oft ist das aber nicht zu haben oder es kommt nicht so wie wir es gerne hätten. Statt dessen ist da ganz viel anderes, was uns das Leben schwer macht, im schlimmsten Fall schleichend ohne das wir es merken.

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Hier sind zehn Anzeichen, dass du möglicherweise den falschen Job hast:

  1. du liest diesen Artikel. Bis hierher. Und immer noch weiter.
  2. Du kommst morgens nicht gut aus dem Bett. (Und nein, dass ist nicht normal. Auch wenn du kein Morgen-Mensch bist. Motivation und Biorhythmus sind zwei ganz verschiedene Dinge).
  3. Du kannst deine Talente nicht einbringen.
  4. Du hast vergessen, dass du Talente hast.
  5. Niemand erinnert dich, dass du Talente hast und ermutigt dich, sie einzubringen.
  6. Deine Qualitäten sind in den letzten sechs Monaten nicht gelobt worden.
  7. Du kannst dich nicht auf deine Kollegen verlassen. Jeder kämpft für sich. Ihr seit freundlich zu einander aber mehr auch nicht.
  8. Du lernst keine neuen Arbeitsfelder kennen. Du lernst keine neuen Partner kennen. Du lernst keine neuen Methoden. Genau genommen lernst du gar nichts mehr.
  9. Du bist auch nach Dienstschluss mit den Gedanken bei der Arbeit und machst dir Sorgen. Darüber wie es weiter gehen soll. Wie du mit Chef und Kollegen umgehen sollst. Das du miese Stimmung mit nach hause bringst.
  10. Wenn du ein paar Tage frei hast, wirst du krank.

Solche Auflistungen gibt es zu hauf online, meine ist wenig innovativ. Darum geht es mir gar nicht. Eine gute Arbeit ist nicht so. Das muss man sich immer wieder und wieder und wieder klar machen, wir verdienen gutes Management, egal wo, mit allen fördernden und fordernden Aspekten die dazu gehören. Ist das nicht gegeben ist der Zeitpunkt gekommen die Lausche nach innen zu spitzen, ob es das wirklich ist, was wir mit unserer Lebenszeit anfangen wollen und ob wir nicht anders besser zu Rande kommen würden.

Wir haben die Wahl: Job behalten oder nicht. Und den Job zu wechseln – so logisch es nun auch erscheinen mag – ist unendlich viel schwerer als in dem unbefriedigenden Hamsterrad weiter zu treten. Da hilft nur Ermutigung, immer und immer und immer wieder. Mit der Zeit vergessen wir nämlich sogar, wie unglücklich wir eigentlich sind.

Und genau dafür habe ich dir meine Auflistung präsentiert, als Erinnerung.
Viel zu schnell finden wir uns mit der elendigen Situation ab, in der wir versumpfen. Ganz langsam versinken wir um grauen Schlick der uns nach unten zieht.

Aus dem Matsch rauskommen ist schwierig: Es bedarf der Initiative!

Wir haben jederzeit Handlungsmöglichkeiten. Auch wenn es nicht so aussieht. Wir können immer etwas ändern. Manchmal ist es genug in einer Situation einfach nicht zu reagieren. Und wenn nur ein einziger sein Verhalten ändert, muss sich die gesamte Gruppe neu sortieren, da das bekannte Muster nicht mehr zieht.

Der gute Chef…

Wenn es dann doch – aus welchen Gründen auch immer – der Ausstieg sein soll: am angenehmsten ist er, wenn er sanft von statten geht. Ein guter Chef würde sich immer um die Weiterbeschäftigung seines Arbeitnehmers kümmern. Er würde seine Kontakte nutzen, ihn bei der Stellensuche unterstützen und wohlwollende Worte finden, wenn Referenzen von Nöten sind.

Blöderweise trifft das auf dich wahrscheinlich nicht zu, denn du hast vermutlich einen unangenehmen Chef, ansonsten wäre der Job auch nicht so schlecht. Aber keine Panik: Sein Arm ist nicht so lang, wie er wohl gerne glauben möchte. Kaum ein Chef vermag es, einen Reisenden aufzuhalten, auch wenn er noch so mächtig erscheint.

Bleibt das Problem etwas neues zu finden. Eine abrupte Kündigung kann einen in ein tiefes Loch stürzen. Arbeitslosigkeit – auch nur kurz – zieht jeden runter. Wenn man nicht von langer Hand mit sattem Budget eine Weltreise nach Aussteiger-Manier geplant hat, ist es eine anstrengende und frustrierende Zeit.

Aber Obacht!

Elegant ist es daher, sich einen kuscheligen Übergang zu bauen. Streckt man die Fühler rechtzeitig aus, findet man mehrere Möglichkeiten, aus denen man auswählen kann, wie es weiter gehen soll.

Kann aber auch gefährlich sein, denn möglicherweise bleibt dann alles beim Alten: Auch wenn man äußerlich den Arbeitgeber wechselt, schleppt man sich ja noch mit der alten Einstellung durch die Gegend und bleibt (unbewusst) der Auffassung, dass es so zu sein hat und immer so sein wird und – e voliá – schon ist alles wie eh und je. Dabei wollte man doch eigentlich gerade das ändern. Unser Unterbewusstsein kann uns fester im Griff haben als uns lieb ist.

Nichts desto trotz: manchmal muss man für eine gewisse Zeit mit einem blöden Job leben. Sonst kommt kein Geld in die Kasse. Und morgens aus den Federn zu kommen ist auch nicht leichter, wenn niemanden interessiert ob man rechtzeitig irgendwo ist. Auch wenn es ein langweiliges Büro mit faden Kollegen ist. Nur damit abfinden müssen wir uns nicht.






Ein Gedanke zu „Unglücklich bei der Arbeit? 10 Anzeichen, dass du den falschen Job hast“

  1. Ich möchte jeden ermutigen, einen Wechsel vorzunehmen, diese Anstrengung nicht zu scheuen, auch mehrfach, bis man was passendes gefunden hat. Flexibilität ist lernbar, und so kann man ja auch seinen Lebenslauf argumentieren: ich suche eine Stelle, die zu mir und zu der ich passe.

    Gruss an alle Suchenden.

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