Wo kann man noch richtig was lernen?

Da gibt es die wohl etablierten Orte im Leben, an die man geht, um zu lernen: Schule, Uni, Volkshochschule und allerhand was es nicht noch alles für Institutionen gibt, die man am Ende mit einem Blatt Papier und einer Zahl darauf verlässt. Oft lernt man dort aber gar nicht, was man ursprünglich wollte. Das findet man später ganz wo anders und das dann weil man entweder zufällig darüber gestolpert ist oder mühevoll danach gesucht hat.

Zu allgemein? Ja, da war ich wirklich schwammig. Ich gelobe Besserung. Das blanke Wissen, das man in diversen Ausbildungsstätten vermittelt bekommt, braucht man später gar nicht. Darüber regen sich besonders Schüler immer wieder gerne auf, denn sie quälen sich mit allerhand Zeugs ab, das für ihr Leben nicht wichtig ist. Dagegen kann man sich völlig zu Recht auflehnen.

Trotzdem tut es etwas mit dem Geist: Oft geht es nicht nur darum, schlichte Fakten zu memorieren, sondern darum, eine bestimmte Art des Denkens ein zu schleifen. Argumente abwägen zu können. Betrug zu erkennen. Zusammenhänge zu sehen.

Das lernt man in unbequemen Hörsälen und stellt am Ende doch fest, dass er vielleicht noch nicht genügt. Das es doch noch mehr sein muss. Und dann geht die Odyssee los: Was sucht man eigentlich? Und wo ist es versteckt?

Natürlich gibt es auch den Schlag der Menschen, die eine klare Vision haben, wo die Reise hingehen soll. Sie haben nicht nur Motivation sondern auch ein klares Bild vor Augen, wo sie sich selbst sehen, was sie bewegen und erreichen wollen. Mit dieser Einstellung gelingt es ihnen meist, Sinn in dem zu sehen, was sie tun und aus der Angelegenheit heraus zu ziehen, was sie für ihre Mission benötigen.

Aber nicht jeder von uns hat schon dieses klare Bild von sich und seiner Zukunft im Kopf. Erschwerend kommt hinzu, dass oft eine große (zeitliche) Lücke zwischen unserer Position gerade und der, die wir gerne hätten klafft. Große Träume brauchen mit unter eine lange Ausbildung – wo auch immer, und da trägt einen nur der zähe Wille durch.

Manche Menschen gehen darin auf, ihrem Wissensdurst zu folgen und zu studieren, was immer sie gerade reizt. Nur weiter so! Aber was, wenn es zäh wird, die Motivation sinkt und man sich ein wenig verrannt hat, in etwas, in das man eigentlich gar nicht recht hinein wollte?

Dann kann man jederzeit wo anders suchen. Du hast jedes Recht eine Geschichte zu verlassen, die nicht länger die deine ist. Vielleicht liegt der Schatz nicht im Seminarraum, sondern im Loch Lomond oder hinter der Sierra Nevada. Reisen ist eine altbekannte Zuflucht für Suchende. Mit dem Rucksack auf dem Rücken hat schon so manch einer mehr gelernt als mit dem Stift in der Hand.

Leider finden sich da selten staatliche anerkannte Abschlüsse. Wenn du weißt, was du willst, hilft es alles nichts und du musst dich da durch den sauren Apfel mampfen (soll sogar Leute geben, die die lieber mögen als die süßen Roten, aber das erschließt sich mir nicht). Das schöne ist, dass wenn man vor Augen hat, wo man damit landen möchte, das ganze Geackere gar nicht mehr so mies ist, weil man Sinn darin sieht.

Kein Sinn da? Weit und breit? Das ist bitter. Es ist schwer, anstrengende Dinge zu tun, wenn man nicht weiß warum. Hier muss Inspiration her. Mit anderen Menschen zu sprechen hat sich da bewährt und noch mehr ihnen zu zuhören. Die Biografie eines anderen kann sehr anregend wirken, wenn man sieht, was diese reale Person geschafft hat.

Elon Musk hat sich auch einiges an Gedanken gemacht, bevor er alles mögliche in den Weltraum geschossen hat. Er hat sich überlegt, was die Menschheit gut gebrauchen könnte, hatte am Ende vier Themen, fand davon zwei für sich selbst umsetzbar und interessant und bastelt seitdem eifrig an Autos und Raketen.

Hier ist jetzt natürlich höchste Vorsicht geboten! Es geht nicht darum, was andere von dir brauchen. Lass dir nicht von anderen erzählen, was du tun SOLLTEST. Der Satz ist so wichtig, der verdient einen eigenen Absatz:

LASS DIR NICHT VON ANDEREN SAGEN,                      WAS DU TUN SOLLTEST!

Das tun andere Menschen nämlich gerne. Für sie ist es oft ganz klar, was einem selbst noch hinter dunstigsten Nebelschwaden vergraut ist (und meistens sind das Pläne, die ihnen selbst nützen oder mit denen sie sich gut fühlen, wenn du sie realisierst).

Wichtig ist, was du willst. Meist sind Menschen gerade in den Dingen gut, die ihnen auch gefallen. Und wer keine Gelegenheit bekommt, seine Talente zu benutzen, und sein Können zu entfalten, der ist flott kreuz unglücklich. Daher macht es Sinn, sich für einen Moment mal zu überlegen, was die eigenen Stärken sind, mit denen man in der Welt und damit für andere nützlich sein kann. Das hat nichts damit zu tun, anderer Leute Wünsche zu leben oder sich selbst zum Wohle anderer aufzugeben.

Du entscheidest, was dir wichtig ist. Du musst am Ende damit leben, was du angestellt hast. Und du musst vor allem mit all dem leben, was du nicht gelebt hast. Also sieh zu, dass du auf die Reihe bekommst, was das Herz sich wünscht. Denn der Geist ist kooperativer und passt sich an, ein Herz, das nicht bekommt, was es will, bricht.






2 Gedanken zu „Wo kann man noch richtig was lernen?“

    1. Liebe Nessi! Ich freue mich riesig über deinen Kommentar, es ist doch herrlich, dass es dir gefallen hat und du Denk-Futter hast. Auch dir ein weiter so 🙂

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