Genfer Gelöbnis für alle

Arzt ist ein edler Beruf. Deshalb gibt es auch zum Berufseinstand eine Menge zu versprechen. Sinn der Sache ist, den Menschen auf eben jene edle Weise gutes zu tun. Und das ist gar nicht immer so einfach.

Wussten auch schon die alten Griechen und formulierten daher einen umfassenden Eid, den jeder angehende Arzt leisten musste. Dieser Hippokratische Eid ist vermutlich gar nicht von Hippokrates verfasst aber doch in seinem Sinne geschrieben und trägt daher seinen Namen.

Da sich allerdings in den letzten zwei Jahrtausenden doch einige Neuerungen ergeben haben, wurde der Eid in ein moderneres Gelöbnis umgewandelt. 1948 gab der Weltärztebund in einer Deklaration von Genf eine neue Formulierung heraus. Einiges davon bezieht sich natürlich konkret auf den Beruf des Arztes, aber andere Sätze sind erstaunlich allgemein und gelten uneingeschränkt für jeden Menschen. Ich habe kurzerhand die medizin-spezifischen Inhalte gestrichen und ein paar sachte Formulierungsänderungen eingewebt, so dass nahezu das gleiche Gelöbnis für den Normalo-Laien dabei heraus gekommen ist. Originalfassungen gibt’s nur einen Schritt entfernt im Nachbarinternet.

Ich gelobe feierlich:
mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.
Ich werde meinen Lehrern die schuldige Achtung und Dankbarkeit erweisen.
Ich werde stets mit Gewissenhaftigkeit und Würde handeln.
Ich werde Menschen die mir begegnen und ihre Anliegen ernst nehmen.
Ich werde alles, was mir im privaten anvertraut wird wahren.
Meine Nachbarn und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein.
Ich werde mich in meinem Respekt anderen Menschen gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung.
Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an bis zu seinem Ende Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meines eigenen Wohls nicht entgegen der Menschlichkeit handeln.
Dies alles verspreche ich feierlich und frei auf meine Ehre.

Was hältst du davon? Gehören solche Gelöbnisse nur in Behandlungszimmer oder haben sie auch für die Allgemeinheit einen Nutzen?






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